Das Kleine Haus in der Dresdner Neustadt hat eine lange, wechselvolle Geschichte aufzuweisen. Diese beginnt im 17. Jahrhundert, als sich dort eine Festung befand. Im 19. Jahrhundert entstand an gleicher Stelle eine Villa, die 1860 um den heutigen Zuschauersaal erweitert wurde. Die Freitreppe zum Hauptgebäude folgte ebenso wie die Balustraden barocken Vorbildern. Vorerst diente das Gebäude als Gasthaus "Die Goldene Bretzel" mit Ballsaal.
Seit 1921 teilte sich die Gastwirtschaft das Haus mit der neugegründeten "Ersten Kirche Christi, Wissenschafter", die es ab 1934 allein nutzte. Ab 1941 wurde das Gebäude von den Nazionalsozialisten als Gefängnis benutzt. Trotz der weitreichenden Zerstörung der Stadt blieb das Kleine Haus im Laufe des Zweiten Weltkrieges intakt. Am 10. Juli 1945 zog das Theater wieder und endgültig ein: die erste Nachkriegsaufführung der Staatstheater Dresden präsentierte mit Lessings "Nathan der Weise" und Erich Ponto als Hauptdarsteller einen Aufruf zu Toleranz und Neuanfang. Von 1951 an teilten sich das Staatstheater Dresden und die "Erste Kirche Christi, Wissenschafter" die Nutzung des Kleinen Hauses.
Trotz weiterer Baumaßnahmen 1992 musste das Kleine Haus 1998 auf behördliche Anordnung hin geschlossen werden. Im April 2003 begann der Neuaufbau mit Mitteln des Freistaates Sachsen. Am 15. Januar 2005 wurde das Kleine Haus mit der Uraufführung von Aki Kaurismäkis "Der Mann ohne Vergangenheit", inszeniert vom Intendanten des Staatsschauspiels Dresden, Holk Freytag, feierlich wiedereröffnet.
| Straße | Glacisstraße 28 | |
| Ort | 01099 Dresden | |
| Telefon | 0351/ 49 13 615 | |



